Pflege

Pflegemassnahmen 2008

Im Januar und Februar 2008 wurden im Hinblick auf den Neuantritt im Rahmen der Landumlegung Robenhauserriet verschiedene grössere Entbuschungen vorgenommen. Nachdem dann am 1. April der Neuantritt erfolgte, wurden auch die Pachtverhältnisse neu bzw. erstmals klar geregelt. Die Parzelle im Eigentum der Pro Pfäffikersee wurde im Bereich Aabach – Pfahlbautenweg in der Nähe des Messikomer-Gedenksteins ausgeschieden. An einer Informationsveranstaltung im Sommer wurden den Bewirtschaftern die naturschützerischen Anforderungen an die Bewirtschaftung erläutert. Ebenso konnte bei dieser Gelegenheit der Erfahrungsaustausch erfolgen.
Ebenfalls im Sommer wurden wie in den letzten Jahren die Goldrutenbestände soweit möglich und sinnvoll gezupft oder dann frühzeitig gemäht. Auch sehr nährstoffreiche, verschilfte Flächen wurden von den Bewirtschaftern bereits im Juli einmal gemäht. Demgegenüber werden Flächen, auf denen viele spätblühende Pflanzen wie Lungenenzian oder Teufelsabbiss nachgewiesen sind, erst ab dem 1. Oktober gemäht, damit diese versamen können und damit z.B. der Entwicklungszyklus des kleinen Moorbläulings nicht unterbrochen wird. Dieser legt nämlich die Eier auf die Blüten des Lungenenzians. Die aus dem Ei schlüpfenden Raupen ernähren sich dann vom Lungenenzian und lassen sich anschliessend auf den Boden fallen, wo sie von Ameisen über den Winter in ihr Nest aufgenommen und gefüttert werden.
Damit die für viele Tiere bzw. deren Eier oder Raupen als Überwinterungs- bzw. Rückzugsort benötigten
Altgrasstrukturen über den Winter erhalten bleiben, werden die Bewirtschafter zudem angehalten, jeweils 5-10% der Fläche an jährlich wechselnden Orten stehen zu lassen. Im Herbst 2008 wurden im Bereich Müliried nochmals grössere Verbuschungen entfernt. In diesem Bereich des Robenhauserriets wird bewusst eine grosse, gehölzarme Fläche angestrebt, da dies eine wichtige Anforderung an den Lebensraum von Kiebitz und Bekassine darstellt. Zudem konnten auf den entbuschten Flächen zum Teil seichte Wasserflächen geschaffen wurden. Solche entstanden bereits im Vorjahr im Bereich des Auslikerweges und haben sich sehr bewährt. So wurde in diesen Flächen im Frühling 2008 wie auch beim Hechtteich, im Bereich Tüfi und im Bereich Giwitzenried der Laubfrosch beobachtet. Er war für die abendlichen Besucher mit seinem unverkennbaren Ruf schon von weitem hörbar. Nun bleibt vor allem das Hoffen auf eine erfolgreiche Rückkehr der Kiebitze.

Martin Graf
 

TABL