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Ornithologen Gruppe Pfäffikersee

ORNITHOLOGISCHER BEOBACHTUNGSKALENDER
VOM PFÄFFIKERSEE / WINTER 2009 – 2010


( 1. Oktober 2009 bis 31. März 2010)

Liebe Freunde des Pfäffikersee-Gebietes

Der Winter 2009/2010 brachte uns erneut viel Schnee und Kälte. Während einigen Wochen war der Pfäffikersee vollständig zugefroren. Einzig der Giwitzen-Kanal und der Aabach konnten durch die verbliebenen Wasservögel noch genutzt werden. Die Rietwiesen waren im März noch schneebedeckt, so dass früh zurückkehrende Brutvögel schlechte Bedingungen vorfanden.

Nachstehend finden Sie meinen Bericht über das ornithologische Geschehen im Winterhalbjahr 2009/2010.

STATISTIK

Der vorliegende Bericht basiert auf 1146 Datensätzen. Im Winterhalbjahr wurden beobachtet:
89 verschiedene Vogelarten, davon 30 Indikatorarten
Etliche der festgestellten Vogelarten sind in der Roten Liste der gefährdeten und verletzlichen Arten aufgeführt.

ERWÄHNENSWERTE WINTERGÄSTE

Einzelne Silberreiher waren während der ganzen Berichtsperiode am See auf Futtersuche zu beobachten. Ende März kreisten gleichzeitig 6 Indiv. über dem Robenhauserriet.

Mitte März zeigten sich wieder einmal 2 Moorenten am See. Im Oktober war kurzzeitig eine Eiderente im Strandbad Auslikon zu beobachten. Beide Arten treten selten am Pfäffikersee auf.

Zwei mal war eine weibliche Kornweihe auf Futtersuche über dem Riet zu sehen und zweimal war auch ein Wanderfalke zu Gast.

Limikolen waren im Winterhalbjahr praktisch keine zu sehen. Kiebitze und Grosse Brachvögel überflogen das Gebiet und ein Flussuferläufer suchte Futter am Seeweg.

Jedes Jahr zeigt sich am Pfäffiker-Seequai eine männliche Spiessente. Diesmal konnte man die wenig scheue Ende vom 19. Dezember bis 22. Februar regelmässig beobachten.

Im Oktober nächtigte mal eine Waldohreule in einem Busch am Pappelweg.

Eine grössere Gruppe von 40 Hänflingen zeigte sich im Oktober und im Januar waren 20 Alpenbirkenzeisige auf Futtersuche.

TRENDS BEI DEN REGELMÄSSIGEN WINTERGÄSTEN

Nachdem die Zwergtaucher letztes Jahr nicht mehr am See gebrütet hatten, waren sie in diesem Winter wieder regelmässig anzutreffen. Meistens aber nur noch in kleinen Gruppen

oder als Einzelvögel. Auch Schwarzhalstaucher traten nur vereinzelt auf. Bei den Haubentauchern wurden um Mitte Dezember max. 80 Individuen gezählt.

Im Oktober/November waren wieder mal einige grössere Einflüge an Kormoranen festzustellen. Die grösste Gruppe umfasste 1000 Vögel.

Die Graureiher gehören zu den regelmässigen Futtergästen rund um den See und auf den Rietflächen. Es ist erstaunlich, dass sie noch nie einen Brutversuch unternommen haben.
Vermutlich haben zwei Rohrdommel den Winter am See verbracht. Ein Vogel wurde später ziemlich abgemagert tot aufgefunden.
 
Das Wetziker-Brutpaar der Weissstörche war bis Ende Jahr regelmässig im Riet auf Futtersuche anzutreffen und dann bereits um Mitte März wider am Brutplatz auf dem Kamin am Schönauweiher anwesend.

Ausserhalb der Seegfrörni rasteten regelmässig Krickenten im Gebiet. Im Maximum waren 30 - 40 Enten anwesend. Dieses Jahr zeigten sich auch auffallend viele Schnatterenten am See. Beliebte Aufenthaltsorte waren das Strandbad Auslikon und der Giwitzenkanal in Pfäffikon. Selten zu entdecken waren Löffelenten, meistens nur einzeln.

Tafelenten waren wieder häufiger auf Nahrungssuche als in früheren Jahren und auch bei Reiherenten zählten wir Höchstbestände von 150 Ex. Dagegen waren die Schellenten seltener und in geringerer Zahl zu Gast.

Zu den treuesten Wintergästen zählen die Gänsesäger. Sie sind auch sehr flexibel und weichen bei gefrorenem See in den unteren Aabach und auf den Schönauweiher aus. Dort versammelten sich gelegentlich bis zu 40 Säger.

Die Rotmilane überwintern in den angrenzenden Wäldern und erscheinen regelmässig im Riet auf Nahrungssuche. Auch Habicht, Sperber und Turmfalken jagen im Winterhalbjahr im Riet.

Die Wasserrallen sind im Winter wenig scheu und können am Schilfsaum gut beobachtet werden. Bei den Teichhühnern können wir den Bruterfolg des Vorjahres jeweils erst im Winter feststellen. Mindestens 6 Junge sind aus Vorjahresbruten aufgekommen.

In der Berichtsperiode sind auffallend wenig Bekassine festgestellt worden. Vor allem waren nirgends grösseren Gruppen anwesend.

Auch bei den Sturmmöwen waren zu keiner Zeit grössere Ansammlungen festzustellen. Im Maximum zählten wir im Januar 26 Vögel am Quai in Pfäffikon. Die beiden Mittelmeermöwen, die jeweils am Chliisee brüten, waren während des ganzen Winters am See anwesend und konnten Ende März bereits wieder bei der Balz am Brutplatz beobachtet werden. Grössere Ansammlungen von Lachmöwen konnten vor allem im Oktober/November und dann wieder im März beobachtet werden.

Von Oktober bis Januar konnten zwei Eisvögel am See auf Futtersuche angetroffen werden, darnach blieben sie verschwunden.

Bei den Spechten war vor allem der Grünspecht sehr aktiv, gelegentlich konnten aber auch Schwarz- und Kleinspechte angetroffen werden.

Während die Seidenschwänze dieses Jahr ausblieben, verpflegte sich regelmässig eine Misteldrossel von den Beeren an der Strandbadstrasse.

Schmerzlich vermisst haben wir in diesem Winter den Raubwürger. Je ein Ex. zeigt sich im Oktober und im November, zu einer Überwinterung kam es diesmal aber leider nicht.

Häufiger als in früheren Jahren waren Kernbeisser und Erlenzeisige anzutreffen, während sich Bergfinden und Goldammern eher rar machten. Einzelne Rohrammern überwinterten.


GESAMTBILANZ

Die Bilanz fällt eher mässig aus, da eigentliche Höhepunkte fehlten. Es ist erneut festzustellen, dass in früheren Jahren bedeutend mehr nordische Gäste den Winter in unserem Gebiet verbrachten.



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