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Ornithologen Gruppe Pfäffikersee

ORNITHLOGISCHER BEOBACHTUNGSKALENDER
VOM PFÄFFIKERSEE WINTER 2008 /2009


(1. Oktober 2008 bis 31. März 2009)

Liebe Freunde des Pfäffikersee-Gebietes

Der Winter 2008/2009 brachte uns recht viel Schnee und grosse Kälte. Der Pfäffikersee war von Mitte Januar bis etwa 20. März vollständig mit Eis bedeckt. Einzig der Giwitzenkanal im Norden und der Aabach im Süden blieben eisfrei. Die meisten Wintergäste wichen auf benachbarte Gewässer aus, Gänsesäger und Krickenten waren vor allem im Aabach anzutreffen. Da die Rietwiesen noch um den 20. März schneebedeckt waren, fanden die zurückkehrenden Kiebitze keine günstigen Verhältnisse vor und zogen weiter.

Nachstehend finden Sie meinen Bericht über das ornithologische Geschehen im Winterhalbjahr 2008/2009.

STATISTIK
Der vorliegende Bericht basiert auf 1170 Datensätzen. Im Winterhalbjahr wurden beobachtet:
94 verschiedene Vogelarten, davon 28 Indikatorarten
Etliche der festgestellten Vogelarten sind in der Roten Liste der gefährdeten und verletzlichen Arten aufgeführt.

ERWÄHNENSWERTE WINTERGÄSTE
Ende Dezember/Anfang Januar konnten Seetaucher beobachtet werden. Während einigen Tagen war ein Prachttaucher am Ostufer anwesend, am 4. Januar auch ein junger Sterntaucher.

Im Oktober und dann wieder im März suchte je ein Silberreiher Nahrung am Seeufer.

Erstmals konnte am Pfäffikersee eine Blässgans beobachtet werden.

Während normalerweise im Winter weibliche Kornweihen unser Gebiet aufsuchen, war im Dezember/Januar diesmal ein Männchen bei uns auf Nahrungssuche.

Als eher selten auftretende Limikolen machten im Oktober je 1 Zwergstrandläufer und 1 Alpenstrandläufer bei uns Rast. Im Januar überflog ein rufender Grosser Brachvogel die Westseite des Sees.

Nach längerem Unterbruch konnten wir wieder einmal einen Schlafplatz der Waldohreule feststellen. Bis zu 5 Vögel nächtigten in einer Buschgruppe entlang des Pappelweges. Bei Ausbruch der grossen Kälte zogen die Eulen leider weiter.

Hin und wieder tauchte ein einzelner Grauspecht im Riet auf. Diese Art ist selten geworden.

Besonders gefreut hat uns, dass der starke Einflug der Seidenschwänze auch bei uns spürbar wurde. Die Maximalzahl von 54 Vögeln wurde am 18. Januar festgestellt. Vor allem Mistelbeeren waren begehrt. Die letzten Vögel verliessen das Gebiet erst anfang April.

Hänflinge sind äusserst seltene Wintergäste. Eine Gruppe von 30 Vögeln wurde am Weihnachtstag am Nordufer gesichtet. Auch der Alpenbirkenzeisig war einige Male in grösseren Gruppen auf Futtersuche.



TRENDS BEI DEN REGELMÄSSIGEN WINTERGÄSTEN
Die lange Seegfrörni schränkte natürlich die Aufenthaltsdauer vieler Wasservögel stark ein. So waren in diesem Winter nie grössere Einflüge von Kormoranen festzustellen. Auch die Bestände an Löffelenten, Schnatterenten, Schellenten, Tafel- und Reiherenten blieben eher tief.

Eher häufiger waren wieder Zwergtaucher anzutreffen, wenn auch in kleinen Gruppen. Rar machten sich hingegen die Schwarzhalstaucher.

Zu den traditionellen Wintergästen gehört die Rohrdommel. Es dürften 2 – 3 Vögel den Winter am See verbracht haben.

Seit vielen Monaten hält sich eine weibliche Mandarinente am Aabach in Robenhausen auf. Sie sucht gerne die Gesellschaft einer männlichen Brautente und einer Hybridente, einer Mischung aus Brautente x Rosenschnabelente. Am Quai in Pfäffikon taucht im Winter regelmässig ein Männchen der Spiessente auf.

Bei den Gänsesägern war der Winterbestand etwas gleich gross wie in anderen Jahren. Sie sind sehr flexibel und finden rasch die wenigen offenen Gewässer.

Der Rotmilan zählt nun zu den regelmässigen Nahrungsgästen im Winter. Während der ganzen Berichtsperiode war er regelmässig anzutreffen. Auch Turmfalken verbrachten den ganzen Winter im Gebiet. Von Zeit zu Zeit suchte auch ein Wanderfalke Nahrung im Riet.

Wasserrallen und Teichhühner sind auch im Winter am Wasser anzutreffen.

Der erste Kiebitz erschien am 9. Februar, weitere Einzelvögel ab 18. März. Die meisten suchten Nahrung während zwei bis drei Tagen und wanderten dann wieder ab. Es war leider keine Balzaktivität festzustellen.

Einzelne Bekassine waren in der ganzen Periode regelmässig in den feuchten Rietwiesen anzutreffen. Gegen Ende März suchten gegen 30 Vögel gemeinsam Futter im Müliriet. Aber auch diese Limikolen zogen leider weiter.

Die Sturmmöwen erreichten in diesem Winter einen Höchstbestand von 40 Ex. Schwergewichtig rasten sie jeweils vor dem Quai in Pfäffikon. Auch 2 – 4 Mittelmeermöwen überwinterten am See.

Die Eisvögel waren auch diesmal wieder am Nordufer und am Südufer anzutreffen. Vermutlich suchten 4 dieser schmucken Vögel Nahrung am See.

Der Grünspecht war bis gegen Ende Jahr sehr häufig zu hören, machte sich später dann aber eher rar. Auch der Kleinspecht war kaum zu hören.

Ein Raubwürger war wieder Gast im Robenhauserriet. Mitte Januar verschwand er und tauchte erst Ende März wieder auf.
Wie in den Vorjahren konnten auch dieses Jahr wieder „Trompeter-Gimpel“ angetroffen werden. Sie sind an ihrem speziellen Ruf erkennbar. Gegen das Frühjahr konnten vermehrt Kernbeisser beobachtet werden

GESAMTBILANZ
Der strenge Winter beschränkte die Anzahl der überwinternden Wasservögel. Die nicht jedes Jahr auftretenden Seidenschwänze begeisterten uns Ornithologen.

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