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Ornithologen Gruppe Pfäffikersee

ORNITHOLOGISCHER BEOBACHTUNGSKALENDER
VOM PFÄFFIKERSEE  / Winter2007 - 2008

(1. Oktober 2007 bis 31. März 2008)

Liebe Freunde des Pfäffikersee-Schutzgebietes

Wettermässig war der Winter 2007/2008 eher mild und niederschlagsarm. Im Februar trug der Pfäffikersee zeitweise eine Eisschicht , was die raren Wintergäste zum Abwandern auf benachbarte Gewässer bewog. Zu einer eigentlichen Seegfrörni reichte es jedoch diesmal nicht. Ab Mitte Màrz war dann wieder eher Winterwetter angesagt mit schneebedeckten Rietwiesen. Auch in diesem Winter fehlten die nordischen Nahrungsgäste auf dem See weitgehend. Schlechte Bedingungen auch für Kiebitze und Bekassine, die in der zweiten Märzhälfte keine Nahrung fanden. Wie wir schon oft feststellen mussten, begrenzt  unsere Meereshöhe von 540 m oft die Arten-Auswahl in den Wintermonaten. Nachstehend finden sie meinen Bericht über das ornithologische Geschehen in den letzten 6 Monaten.

STATISTIK
Der vorliegende Bericht basiert auf 1280 Datensätzen. Im Winterhalbjahr wurden beobachtet:
                        97 verschiedene Vogelarten, davon 31 Indikatorarten
Etliche der festgestellten Vogelarten sind in der Roten Liste der gefährdeten und verletzlichen Arten aufgeführt.

ERWÄHNENSWERTE WINTERGÄSTE:

Zwischen Mitte November und Anfang Dezember durften wir wieder einmal Seetaucher am Pfäffikersee beobachten. 1 – 2 Prachttaucher waren wegen der langen Tauchphasen jedoch schwierig zu entdecken.

Der aus dem Kinderzoo in Rapperswil entflogene Rosaflamingo war das grosse Ereignis in diesem Winter. Er wählte den Seequai in Pfäffikon um sich mit wenig Scheu zu präsentieren. Ein grosses Medienecho begleitete diesen Ausreisser, der nur mit grosser Mühe und List wieder eingefangen werden konnte.

Rostgänse konnten nur noch einmal beobachtet werden, was auf einen Erfolg der Ausmerzaktion hindeutet.

Im Januar waren 2 Brandgänse in der Seegräbnerbucht anwesend.

Ganz selten macht bei uns ein Mittelsäger Rast. Gegen Ende Jahr wurde ein Weibchen am Nordufer gesichtet.

Im November suchte eine Zwergmöwe, zusammen und Lach- und Sturmmöwen, Futter vor dem Quai in Pfäffikon.

Einige Male jagte ein Wanderfalke über dem Robenhauserriet.

Bereits auf dem Frühjahrszug kreisten 13 Kraniche über dem Ruetschberg.

Als grosse Seltenheit muss der Zwergschnepfe bezeichnet werden, die im November im Kanal in Pfäffikon Nahrung suchte.

TRENDS BEI DEN REGELMÄSSIGEN WINTERGÄSTEN

Der Zwergtaucher konnte während des ganzen Winters in kleiner Zahl angetroffen werden, vorwiegend im südlichen Teil des Sees. Vom Haubentaucher konnten keine grösseren Ansammlungen festgestellt werden.

Vor  allem im November waren einige Male grössere Gruppen von Kormoranen beim Fischen am See anwesend, während in den restlichen Monaten sich jeweils nur wenige Exemplare zeigten.

Die Rohrdommel war in der Berichtsperiode nicht sehr präsent. Es waren lediglich vier Einzelbeobachtungen zu verzeichnen. Zu den regelmässigen Wintergästen darf jetzt jedoch der Silberreiher gezählt werden. Zwischen Oktober und März waren 1 – 3 Vögel regelmässig am Seeufer anzutreffen.

Von der überwinternden Enten waren die Krickenten noch am häufigsten anwesend, dagegen fehlten diesmal die grossen Bestände an Löffel- Tafel- und Reiherenten. Auch Schnatterenten, Kolbenenten und Schellenten traten weniger häufig auf als in früheren Jahren. Ein Spiessenten-Männchen und ein Brautenten-Männchen verbringen seit einigen Jahren den Winter regelmässig am Pfäffikersee.

Treue Wintergäste sind nach wie vor die Gänsesäger. Bei Bildung einer Eisschicht sind sie flexibel und weichen auf den Aabach oder den Schönauweiher aus.

Ganzjährig sind die Rotmilane und die Turmfalken im Riet anzutreffen.

Auch Wasserrallen und Teichhühner sind in kleiner Zahl den ganzen Winter über aktiv.

Der Höchstbestand an Sturmmöwen lag im letzten Winter bei 20 Individuen, viel tiefer als in früheren Jahren. Zwei Mittelmeermöwen verbrachten den ganzen Winter am See, vermutlich unser Brutpaar.

Zwei bis drei Eisvögel konnten während der ganzen Berichtsperiode am Nord- und Südufer, aber auch im Kanal und im Aabach auf Futtersuche beobachtet werden.

Erfreulich die Tatsache, dass seit längerer Zeit wieder einmal ein Grauspecht im Riet in Erscheinung trat. Der Ruf des Grünspechts hingegen war regelmässig und rund um den See zu vernehmen. Im Februar und März war ein Kleinspecht-Paar sehr aktiv.

Während sich eine Bergstelze regelmässig im Strandbad Auslikon zeigte, sind die Wasseramseln, seit der Ausführung der Bachverbauung in Oberwetzikon, aus dem unteren Teil des Chämptnerbaches verschwunden. Bis heute blieb der traditionelle Brutplatz unter der Chämptnerbach-Brücke verwaist.

Als treuer Wintergast darf der Raubwürger bezeichnet werden. Der diesjährige Überwinterer war wenig scheu und zeigte sich regelmässig im Seeriet / Robenhauserriet.

Hin und wieder waren Erlenzeisige, Gimpel, Kernbeisser und vor allem Goldammern auf Futtersuche unterwegs. Der Brutbestand  der  Goldammer hat stark zugenommen, was auch im beachtlichen Winterbestand zum Ausdruck kommt.

GESAMTBILANZ

Wenig nordische Wintergäste. Immer mehr Teilzieher finden ganzjährig im Riet Nahrung. Bachstelzen, Wacholderdrosseln, Rohrammern harren bei uns aus.

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