OKalenderWi06

Ornithologen Gruppe Pfäffikersee

ORNITHOLOGISCHER BEOBACHTUNGSKALENDER
VOM PFÄFFIKERSEE  / WINTER 2006/2007

1. Oktober 2006 bis 31. März 2007
Liebe Freunde des Pfäffikersee-Gebietes
Sie finden hier meinen Bericht über das ornithologische Geschehen am Pfäffikersee im Winter 2006 / 2007. Er war geprägt durch mildes Wetter mit wenig Schnee. Aber ausgerechnet im März, als einzelne Kiebitze bereits am Brutstandort eingetroffen waren, fiel etwa 40 cm Schnee, so dass die Vögel die Winterflucht antraten. Der Pfäffikersee war nie mit einer Eisschicht bedeckt. Doch waren die nordischen Wintergäste diesmal sehr schwach vertreten.
STATISTIK
Der vorliegende Bericht basiert auf 1169 Datensätzen. Im Winterhalbjahr wurden beobachtet:
93 verschiedene Vogelarten, davon 28 Indikatorarten
Etliche der festgestellten Vogelarten sind in der Roten Liste der gefährdeten und verletzlichen Arten aufgeführt.

ERWÄHNENSWERTE WINTERGÄSTE
Während vieler Wochen war ein Silberreiher am See anwesend und flog regelmässig von einem Seeufer zum andern.
Anfang März wurde ein Rosaflamingo beim Flug über den See beobachtet.
Zu den seltenen Wintergästen gehören die Brandgänse, die einige Male festgestellt wurden.
Eine Hybridente zeigte die Merkmale von Tafelente und Moorente. Sie war im Februar kurz am Nordufer zu sehen.
Um mitte Dezember waren 3 Männchen und 2 Weibchen des Mittelsägers auf dem See anwesend, ganz seltene Gäste.
Im November und Dezember machte sich je ein Grosser Brachvogel im Riet bemerkbar.
Auf dem Zug ins Winterquartier suchten zwei Mal Heidelerchen Nahrung auf einem Acker im Müliriet.
Häufiger als in früheren Jahren waren auf dem Frühjahrszug Rotdrosseln anzutreffen.

TRENDS BEI DEN REGELMÄSSIGEN WINTERGÄSTEN
Trotz günstigen Bedingungen waren auch im letzten Winter keine grösseren Ansammlungen von Zergtauchern festzustellen. Die Haubentaucher erreichten Höchstzahlen von 150 Ex.
Besonders rar machte sich diesmal die Rohrdommel. Eine einzige Beobachtung wurde mir gemeldet.
Unser Schutzgebiet ist ein beliebter Futterplatz für die Graureiher, die ganzjährig anzutreffen sind, bei uns aber nicht brüten.
Die Dezimierung der Rostgänse zeigte Wirkung, in dem nur noch ein einziges Paar am See anwesend war.

Bei den Enten sind nur Tafel- und Reiherente durch etwas höhere Winterbeständen aufgefallen, wogegen bei Krickenten, Löffelenten, Kolbenenten und Schellenten keine grösseren Ansammlungen aufgetreten sind.
Bei den Gänsesägern wurde die Höchstzahl von etwa 30 anfang Februar verzeichnet.
Zu den regelmässigen Wintergästen gehört der Rotmilan, der während der ganzen Berichtsperiode im Riet Nahrung suchte.
Ein starker Rückgang des Winterbestandes ist bei Wasserralle und Teichhuhn festzustellen. Der strenge Winter 2005/2006 hat bei diesen Arten Spuren hinterlassen.
Der späte Wintereinbruch wird dazu führen, dass vermutlich im laufenden Jahr keine Kiebitze brüten werden. Es ist jetzt bereits das dritte Jahr in Folge dass diese frühen Rückkehrer durch miese Wetterbedingungen vertrieben werden.
Die Bekassine konnten in der Berichtsperiode zwar regelmässig, aber stets nur in kleiner Anzahl, beobachtet werden.
Der Maximalbestand an Sturmmöwen war diesmal bedeutend geringer als in früheren Jahren.
Auch die Eisvögel machten sich rar. Zwei Ex. flogen regelmässig am Kanal.
Der Grünspecht hat offenbar im Sommer 2006 erfolgreich gebrütet. Sein Ruf war während der ganzen Berichtsperiode rund um en See regelmässig zu hören, wogegen der Grauspecht aus dem Riet verschwunden ist.
Als treuer Wintergast darf erneut ein Raubwürger erwähnt werden, der von Mitte Oktober bis Mitte März am Südufer des Sees Nahrung suchte.
In zunehmender Zahl verbringen Kolkraben den Winter in tieferen Lagen und suchen Futter rund um den See.
Regelmässig konnten Erlenzeisige festgestellt werden und auch Kernbeisser waren gelegentlich am See anzutreffen. Stark zugenommen haben die Goldammer-Bestände. Grössere Gruppen suchten gemeinsam Futter.
Der milde Winter begünstigte den Aufenthalt von Rohrammern, die regelmässig anzutreffen waren.

GESAMTBILANZ
Aufgrund des milden Winters waren weniger nordische Wintergäste anwesend. Die Teilzieher fanden ideale Nahrungsbedingungen vor, um im Gebiet auszuharren.
Administration / Datenkoordination
Walter Hunkeler, Bahnhofstrasse 231, 8623 Wetzikon
Tel. 044 / 930.32.75 EMail