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Ornithologen Gruppe Pfäffikersee

Ornithologischer Beobachtungskalender für den Pfäffikersee
Winter 2004 / 2005

(1. Oktober 2004 bis 31. März 2005)

 Liebe Freunde des Pfäffikersee-Gebietes

Sie finden hier meinen Bericht über das ornithologische Geschehen am Pfäffikersee im Winter 2004 / 2005. Noch in guter Erinnerung ist uns der starke Wintereinbruch im Februar/März 2005, wobei Mitte März auf den Rietwiesen noch 10 cm Schnee lag. Dies hat die frühen Rückkehrer, wie Rohrammern und Kiebitze, in arge Bedrängnis gebracht und wird nicht ohne Auswirkungen auf den Bruterfolg im Sommer 2005 bleiben. Auch war der Pfäffikersee während einiger Wochen mit Eis bedeckt, sodass viele Wintergäste auf andere Gewässer ausweichen mussten.

STATISTIK

Der vorliegende Bericht basiert auf 942 Datensätzen. Im Winterhalbjahr wurden beobachtet:
                        85 verschiedene Vogelarten, davon 27 Indikatorarten

Etliche der festgestellten Vogelarten sind in der Roten Liste der gefährdeten und verletzlichen Arten aufgeführt.

ERWÄHNENSWERTE WINTERGÄSTE

 Auf dem Weg ins Winterquartier rasteten zweimal Purpurreiher in unserem Gebiet.

Bei der beobachteten Streifengans dürfte es sich vermutlich um einen Volierenflüchtling gehandelt haben.

Recht selten treten Moorenten an unserem See auf.

Eine aussergewöhnliche Beobachtung gelang Siegfried Herrmann am 3. Dezember 2004, als ein junger Seeadler über den Messikommerweg flog.

Im letzten Winter wurden erstmals regelmässig Kolkraben im Riet gesichtet. Ab Oktober bis Anfang Februar war der spezifische Ruf zu vernehmen.

Beutel- und Bartmeisen machten im Oktober kurz Halt im Riet.

Besondere Beachtung fanden im letzten Winter in der ganzen Schweiz die Seidenschwänze. Sie traten stets in Gruppen auf, wobei unsere Beobachtungen am Rande des Schutzgebietes
erfolgten.

TRENDS BEI DEN REGELMÄSSIGEN WINTERGÄSTEN

Die Zwergtaucher waren wiederum regelmässig und gut vertreten, während die Schwarzhalstaucher vollständig fehlten. Es sind diesmal auch keine grösseren Gruppen von Haubentauchern festgestellt worden. Dasselbe gilt für die Kormorane, wo meistens nur wenige Vögel  fischten.

Zwei Rohrdommeln verbrachten den Winter am See. Die eine am Nordufer, im Gebiet Kanal/Seerose, eine zweite im Hellsee, beim Aa-Ausfluss. Schöne Beobachtungen gelangen

vor allem zwischen Anfang und Mitte März, als ein Vogel auch tagsüber regelmässig zwischen Kanal und Stogelen hin und her flog.                                                                                     

Regelmässig zu Gast waren erneut die Rostgänse, wenn auch in geringerer Zahl als im Vorjahr.

Auf den überfluteten Rietwiesen konnten im März viele Knäkenten festgestellt werden. Viel häufiger als früher, sowohl im Herbst wie im Frühjahr, traten die Krickenten auf. Im März war mal eine Gruppe von 50 Ex. auf einer Rietwiese auf Nahrungssuche. Eher in geringer Zahl waren diesmal Pfeifenten, Kolbenenten und Löffelenten zu beobachten, während die Schnatterente fast vollständig fehlte. Die Höchstbestände der Tafelenten (100) und der Reiherenten (60) wurden im Dezember erreicht.

Am 25. Januar konnten 3 Zwergsäger beobachtet werden. Regelmässig traten hingegen die Gänsesäger auf, die sogar während der Seegfrörni in den verbleibenden Wasserlöchern ausharrten. Die Gruppe erreichte um Mitte Januar ein Maximum von 50 Ex.

Der Rotmilan gehört jetzt zu den regelmässigen Wintergästen, während Habicht, Sperber, Kornweihe und Wanderfalke gelegentlich beim Jagen im Riet festgestellt wurden.

Wasserralle und Teichhuhn sind vor allem im Winter gut zu beobachten, sie sind rund um den See gut vertreten.

Das erwähnte Winterwetter hinderte die Kiebitze und auch die Bekassine am Bezug des üblichen Brutplatzes im Mülibach. Erst nach Mitte März fand der Einflug statt, wobei sich eher ein schwaches Balzverhalten entwickelte.

Die Sturmmöwen, wie alle nördlichen Gäste,  erreichten im letzten Winter keine hohen Bestände. Von der Weisskopfmöwe war meistens ein Paar zugegen, das im März intensiv balzte.

3 bis 4 Eisvögel verbrachten den letzten Winter am See. Regelmässige Beobachtungen gelangen vor allem am Kanal in Pfäffikon.

Der Ruf des Grünspechts war regelmässig zu hören, während Grauspecht und Kleinspecht wenig in Erscheinung traten.

Bereits im November/Dezember begannen die Wasseramseln am Chämptnerbach zu singen und flogen am Nest. Sie wurden dann durch den starken Wintereinbruch in ihrem Balzverhalten gestört und setzten ihr Balzverhalten nach Mitte März fort.

Wir freuen uns jeden Winter über den Raubwürger, der meistens im Oktober erscheint und bis im März im Robenhauserriet jagt. Mitte März hat er sogar gesungen.

Vom Kernbeisser waren diesmal jeweils nur wenige Ex. anzutreffen, während der Erlenzeisig regelmässig auftrat. Mehrmals konnten wir im letzten Winter den Gesang der „Trompeten-Gimpel“ vernehmen. Besonders häufig und in grösserer Zahl trat die Goldammer auf. Einige Rohrammern sind jeweils auch im Winter im Riet anzutreffen.                                                                                                 

GESAMTBILANZ

Diesmal überwinterten auffallend wenige nördliche Wintergäste am See. Vor allem die hohen Dezember-Bestände fehlten.

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