Winter04/05

„Schätze“ unter Wasser

Betritt man zur Zeit einen Fischersteg, schaut man durch klares Wasser auf den Seegrund. Der Pegelstand ist tief, die Windstille lässt die Optik des Wassers voll zur Geltung kommen. Was sich da angesammelt hat, ragt mehr oder weniger aus dem schlammigen Seeboden und spricht Bände über das achtlose Verhalten eines Teils der Stegbenutzer: Zerbrochene Flaschen, zerdrückte Bierdosen, Konservenbüchsen, Zigarettenpäckli und -stummel, Deckel aller Art, Metallgitter, Taschenmesser, Plastiksäcke und -eimer und jede Menge Angelschnur. Vor Jahren hatte sich bei der Sturmlaterne eine Reiherente im Silch verheddert, wurde dabei immer tiefer unter Wasser gezogen und starb eines qualvollen Todes. Als Mahnmal hing sie wochenlang kopfabwärts im kalten Nass.

Was haben sich die „Hinterlassenden“ überlegt? Gar nichts wahrscheinlich. Dass der See um die Stege herum nicht ganz zur Müllgrube verkommt, ist dem selbstlosen Einsatz von Tauchern zu verdanken. Am Pfäffikersee säubert der Tauchverein „Fun divers“  alle zwei Jahre im September den Seegrund um einzelne Stege herum. Was dabei jeweils gefunden wird, davon kann der Präsident Erich Jung gewiss ein Lied singen.

Leben auf dem Grund

Während sich die Fische in grössere Tiefen zurückgezogen haben, erkennt man Wanderspuren im hellen Weichsediment des Grundes.  Waren hier Muscheln unterwegs? Schalenklappen toter Tiere sind jedenfalls leicht auszumachen, ausnahmslos von der Grossen Teichmuschel (Anodonta cygnea), der einzigen von 7 Grossmuscheln (Najaden), welche die zunehmende Seeverschmutzung des letzten Jahrhunderts überlebt hatte.
Interessant sind auch die Pflanzen. Wie ein Geflecht bedecken die kräftigen Rhizome von Seggen und Schilf den Grund. An andern Stellen findet man armdicke Ausläufer der Gelben Teichrose (Nuphar lutea). Ihre letztjährigen grossen Blätter sind noch gut erhalten, dazwischen bilden sich bereits junge, hellgrüne Triebe, welche gleich Tintenfischarmen in dieselbe Richtung weisen.

Nuphar lutea Pic. A.Scheidegger

Teichrosenblätter sind als „Elefantenohren“ gut erkennbar, oben rechts ein armdickes Rhizom, unten rechts frische Triebe.

Litter and shell of Anodonta cygnea Pict. A.Scheidegger
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